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Montag, 12 März 2012 08:27

Spiegelschritte

geschrieben von  JamesVermont
Spiegelschritte Spiegelschritte JamesVermont

Nachdem der Frühling seine Arbeit aufgenommen und die ersten Hobby-Forstarbeiter ihre Kettensägen aufgetaut haben, will ich die Gelegenheit nutzen, die Fenster zu verbarrikadieren und ein wenig über meinen wachsenden Onlineroman berichten.

Momentan versinke ich in den Recherchearbeiten, von denen ich eigentlich dachte, sie schnell abhaken zu können. Aber es ist einfach zu spannend. Immer wieder tauchen neue Querverbindungen zwischen den Handlungssträngen auf, woraus sich wieder völlig neue Aspekte für die Hintergrundgeschichte ergeben. Gut, ich war schon immer ein Fan von Zeitgeschichte, allerdings waren meine schulischen Erfolge in diesen Fächern nie überragend. Doch wenn man sich freiwillig auf die Suche nach konkreten Anhaltspunkten macht, gerät wohl jeder in einen Strudel von spannenden Fakten, zwischen denen man mit ein wenig Fantasie und Einfühlungsvermögen Handlungsstränge spinnen kann. Mir geht es jedenfalls so.

Die konkreten Anhaltspunkte sind in meinem Fall Träume, die ich in den letzten vier Jahren in Tagebüchern abgefasst habe. Gruselig daran ist, dass einige davon gar nicht niedergeschrieben wurden, obwohl ich felsenfest davon überzeugt war es getan zu haben. Einige Träume mit spezieller Charakteristik spielen in einer eigenen Welt und ranken sich um eine starke weibliche Persönlichkeit. Fünf von den Lesern werden sie bereits aus dem Neuen Land kennen. Anders als bei meinem unfertigen Protoroman gehe ich bei den Spiegelschritten einen anderen Weg.

Hier sind die Geschichten und Charaktere bereits fertig. Meine Aufgabe in den letzten Monaten lag darin, das Ganze in eine für die Leserschaft spannende Form zu bringen. Letztendlich wird der Roman eine Einführung in das Universum einer geheimen Gesellschaft, deren Aufgabe es ist negative Einflüsse oder Übergriffe aus anderen Dimensionen aufzuhalten. Wem das bekannt vorkommt, hat richtig getippt:
Die Spiegelschritte spielen in Kärnten, Schwerpunktmäßig in Klagenfurt und beziehen sich auf eine geheime Organisation, die mit Pantherion in Graz verwandt ist. Ich erzähle die Entstehungsgeschichte der Klagenfurter Organisation.

Was mich besonders freut ist die Tatsache, dass ich für die "Partnerorganisation" nichts neu erfinden musste. Seit meinen naiven Anfängen als Fantasy-Hobbyautor liebe ich das Genre, auf dessen Namen ich erst in der jüngeren Vergangenheit gestoßen bin, namens Urban-Fantasy. Als vielleicht aktuell bekanntesten Vertreter sei Kai Meyer mit seiner Arkadienreihe genannt, der Gestaltwandler in die Reihe der Cosa Nostra gedichtet hat. Gefällt mir.
Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass durch mein Gedankensubstrat ein von neugierigen Blicken verborgener Personenkreis entstanden ist.

Das Projekt von Bernhard, Lilo und Co. hat mich dazu inspiriert, mein träumerisches Universum zu kartografieren. Die Herangehensweise, dies für ein breites Publikum umsetzen zu können, durfte ich im Pantherion Hauptquartier beobachten. So wurde das zu Papier bringen eine Art „inneres Aufräumen" für mich, das so manche schmerzhafte Erinnerung zutage förderte. Wie schon im Neuem Land, stecken auch hier einige Splitter meiner Persönlichkeit in den Charakteren und entwickeln ein Eigenleben. So wabert es innerhalb der Gesichte vor erfüllten und unerfüllten Erwartungen, Enttäuschungen, Eifersucht, Neid und – wie könnte es anders sein: die Macht der Liebe. Zeit und die Unsterblichkeit der Seele bleiben die zentralen Eckpfeiler meiner Welt. Die Spiegelschritte bleiben schlicht. Wenig technokratisch, vielleicht zu wenig trashig für Grazer Verhältnisse, dafür sehr menschlich und meiner Widdernatur entsprechend: direkt.

Reisen durch die SpiegelDie Spiegelschritte kommen in Episoden daher und jede Einzelne verfügt über eine eigene Handlung und Blickwinkel, die – wie könnte es anders sein, in die Rahmenhandlung eingebettet ist. Es gibt viele Rückblicke in andere Zeitepochen, was mir wirklich Kopfzerbrechen bereitet hat. Ich bin recht fit in der Antike und im Mittelalter, aber mit dem 16., 17. und 18. Jahrhundert habe ich mich noch nie befasst. Schon gar nicht mit der Frage, wie eine selbstbewusste (lassen wir die Tatsache ihrer Unsterblichkeit außen vor) Frau in diesen Jahrhunderten leben- und überleben konnte. Dabei durfte ich viel über unsere heutige Zeit lernen und natürlich über meine Heimatstadt – dem Aschenbrödel der Österreichischen Hauptstädte habe auch ich viel zu oft unrecht getan.

 

Immerhin ist einer ihrer bekanntesten Söhne mein strengster Beobachter, verewigt auf der Hausmauer seines Museums, auf dem Weg zu – und gegenüber meiner Arbeitsstätte. Meistens liegt das Gute, das wir suchen direkt vor unseren Füßen und deren Eigenschaften sind uns weithin bekannt.

Euer ergebener Johann von Vielschaf

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