Mittwoch, 23 November 2011 21:25

In der dunkelsten Zeit

geschrieben von  JamesVermont

Es ist mal wieder so weit:
In der dunkelsten Zeit des Jahreskreises, noch bevor die bunten Lichterlein unsere Stuben, Straßen und Häuser erhellen, schlagen sich Weihnachtsmann und Christkindl die Birne ein, was dem unsäglichen Weihnachtshasen ein hämisches Kichern entlockt.

Ehrlich gesagt:
Die besinnliche Zeit vor dem Fest der Liebe geht mir bereits seit etlichen Jahren am Hintern vorbei – was aber nichts daran ändert, dass ich mich über die extra-mehr Familytime freue. Bedenklich finde ich den Prügel-Werbespot eines hiesigen Mobilfunkbetreibers nicht. Ich halte ihn eher für ein Zeichen der Zeit.
Von aggressiver Kundschaft berichtet mir nicht nur meine Smalltalkfreundin an der Feinkosttheke, sondern auch eine liebe Verwandte, die seit etlichen Jahren Kinder(!)klamotten verkauft. Als Konsument fühlt man sich hier und da verschaukelt. Oder, um es vielleicht überspitzt auszudrücken: für dumm verkauft (dabei denke ich noch gar nicht an Werbung).
Da muss man doch seinem Ärger Luft machen – oder? Vielleicht nimmt ja mal eine sinnvolle, kuschelige Pflastersteinwurf-Party ihren Anfang in einem Einkaufszentrum? Na, wer erstellt die Veranstaltung in Facebook...?

Ich selbst fühle mich meilenweit von einer kuscheligen Party entfernt. Vielleicht noch mit unserer Familienplüschtiersammlung als Gäste (das wäre dann eine Plüschiesta), das war's dann aber auch schon.
Samhain stellte meinem Lebensstil ein vernichtendes Zeugnis aus, worauf ich beschloss, mich von der Feuerschnur zu verabschieden. Was folgte, war eine nie dagewesene Flut aus Emails, verfasst von Menschen, über die ich dachte, sie würden sich gar nicht (mehr) für dieses Projekt interessieren!? Zugute gehalten sei allen ihr Verständnis für meinen Schritt. Aber so viel Resonanz hätte ich mir zu Zeiten gewünscht, in denen ich für meinen Begriff konstruktiv gearbeitet habe. Dinge zu unwiederbringlich zerstören oder aufzulösen tut mir gar nicht gut und oben drauf einen zustimmenden Ausdruck persönlicher Enttäuschungen zu bekommen (die gar nix mit der Feuerschnur zu tun hatten) macht es nicht besser. Dass soll weniger als Vorwurf, sondern mehr als ein persönliches Conclusio für mich verstanden werden. Übrigens noch mal einen Dank an alle, die mir geschrieben haben.
Die einzige öffentliche Meinung zum Feuerschnurende kam von Anufa Ellhorn auf dem WurzelWerk-Blog.

Eine nunmehr Ex-Hexenorganisationskollegin meinte, dass Projekte nicht von Feedback, sondern von den Menschen, die mithelfen leben. Liebe Frau P., das habe ich mir nun hinter die Ohren geschrieben und werde es so schnell nicht mehr vergessen. Denn eigentlich hat der Frust über mangelndes Feedback eine große Rolle in meiner Entscheidungsfindung gespielt. Bei meinen derzeitigen Zukunftsaussichten wünsche ich mir, den Rat früher erhalten zu haben. Aber dazu noch in einem späteren Beitrag.

Nun, die weiteren Aussichten für 2012

Gut, als Bewohner des Klagenfurter Beckens ist man trübe Aussichten gewohnt. Der Blick ins Nichts ist mir also nicht fremd. In zweiter Linie ist die Aufgabe der Feuerschnur ein persönlicher Verlust für mich. In dem bunten Reigen aus Gleichgesinnten haben sich auch viele Menschen gefunden, mit denen ich außerhalb der Gemeinschaft keinen Kontakt gepflegt hatte. Derzeit sieht es danach aus, als würden diese in die trüben Nebel des Internets entschwinden. Hmmm... ich habe da mal was über Elfenbeintürme geschrieben...

So lautet mein Vorsatz für das neue Hexenjahr, einmal mehr kommunikativer zu sein und zu akzeptieren, dass ich zu jenen Menschen gehöre, deren wichtige Mitmenschen und Freunde eben jenseits unterschiedlicher Berge wohnen – was einmal mehr den Griff zum Handy erfordert, der mir viel zu oft schwer fällt.

Mehr zu der Thematik folgt, denn sie hat auch mit etwas zu tun, das in einigen Postings und Emails bezüglicher der Schließung der Feuerschnur gefragt wurde:

Ja, ich werde mit Etwas weitermachen und Nein, es wird nichts mit der Hexen-, Neuheidenszene zu tun haben (zumindest nicht vordergründig).

Und ja, ich werde mich auf diversen Festivitäten sehen lassen, denn hey. Mhh... trotz der Tatsache, dass ich von Einigen von Euch extrem selten etwas höre, oder von mir hören lasse, seid ihr mir wichtig und ich sehe Euch eben nur auf solch Begebenheiten. Ich werde nur nicht mehr um jeden Preis irgendwohin fahren, was – dank auch positiver Entwicklungen in diesem Jahr – nun nicht mehr so unwahrscheinlich sein wird, wie eingangs angenommen.

In diesem Sinne, bis bald.

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