Montag, 21 Februar 2011 10:42

Wenn's Dich 4re prakt

geschrieben von  JamesVermont

Da meine Gedanken für einen Artikel über „Egoismus" noch nicht weit genug gediehen sind, um sie in einen Blog-Artikel zu verpacken, gibt es mal ein vorgezogenes „Update".

Eine der signifikanten Eigenschaften der dunklen Jahreszeiten ist das psychische Tief gegen Ende der Selbigen. Die Tage nach Imbolg werden zwar wieder länger, aber das Grau des Nebels nicht weniger. Bäume werden sinnlos niedergeschnitten, kein Vogel ist zu hören und der Schnee, den man zu Yule so herbeigesehnt hat, ist nur noch eine graue Masse gespickt mit den Resten von Silvesterraketen.

Ich versuche stets, mich in dieser Zeit nicht klein kriegen zu lassen. Wild hechte ich von einem TuaDu ins Andere und versuche jeden Morgen meinen Körper über die Yogamatte zu jagen und die wenigen Stunden, die ich alleine auf den Expeditionen in den Wäldern ringsrum verbringen kann, sind wahre Lichtblicke. Mein Leben beginnt um diese Punkte zu kreisen, als gäbe es nichts anderes und je weniger Punkte das werden, desto kleiner wird mein Radius. Bis es mich „fiare prakt". Für Leute, die keinen österr. Dialekt verstehen: bis es mich auf die Schnauze haut.

Das geht mir irgendwie jeden Frühling so. Heuer bin ich über die Tatsache gestolpert dass meine liebe Freundin S. in einer Depression gefangen ist. Gut, sie lebte schon immer knapp am Rande der Gesellschaft, aber nun scheint es wirklich akut geworden zu sein. Aber das alleine war nicht der Stolperstein. Bei einem gemütlichen Kaffee erzählte sie mir, wie das so ist, depressiv sein. Das Gespräch förderte für mich absolut Unverständliches zu Tage. Ich kann nicht verstehen, wie das ist, in einem Gefängnis wie ihrem eingesperrt zu sein. „Aber du braucht doch nur...", und „Aber irgendwann wirst du doch...", quittierte sie mit einem: „Ich kann aber nicht" und zerdrückte eine Träne.

Das ist die Scheiße, um die meine Fliegen kreisen. Wir fliegen nur deswegen durch unseren eigenen Kosmos, weil der funktioniert. Das ist einfach und energieschonend. S. fliegt auch durch ihren Kosmos, bloß ist es ihr Mann, der sie darauf hingewiesen hat, dass sie mit einem Fuß bereits im Abgrund steht. Und nun prakt sie's fiare. Wie mich auch...

Ich hab mal mit dem Fliegen aufgehört und schau mal wie die Welt außerhalb meines Kosmos ist. Nicht dass ich auch mit irgendeiner meiner Gliedmasen in irgend einem Misthaufen stecke ohne es zu merken...

Na dann lass' ma' mal die Fliagn kreisen...

Gelesen 648 mal

Schreibe einen Kommentar

Make sure you enter the (*) required information where indicated.
Basic HTML code is allowed.

 

Newsletter

Info bei neuen Blogbeiträgen! Ein, bis zwei mal monatlich.

:

Bleib auf dem Laufenden! Kostenlos und jederzeit kündbar.

James Sozial