Nach 5 Tagen als Vollzeitvater ist meine Weltanschauung mal wieder etwas zurecht gerückt worden. Vollzeitvater deswegen, weil ich 40h die Woche arbeite und Sternenelfe zu Hause unsere 9-Monate alte Tochter betreut. Ich war zwar nie der Typ, der Arbeit mit Kindern als etwas niedrigwertiges gesehen hat - und die Partnerschaft auf einer Basis der Gleichberechtigung hat - Ahnung im Umgang mit Kindern hatte ich aber trotzdem nicht. Woher denn auch? Als Einzelkind einer alleinerziehenden Mutter.
Nunja, die Sternenelfe auf der deutschen Göttinnenkonferenz und ich mit meiner Kleinen alleine. In der ersten Nacht habe ich das Gras wachsen gehört, war angespannt hoch drei und der Schlaf war eigentlich keiner. Doch danach, wurde alles besser. Ich hab den kleinen Mensch richtig gut kennen gelernt. Geliebt hab ich sie schon immer ;-) Wir waren jeden Tag draußen, haben gemeinsam Hausarbeit gemacht und ausgiebig gespielt. Vielleicht kommt das jemanden seltsam vor, wenn ich von so alltäglichen Dingen schwärme. Klar, ich hab die fünf Tage kein Buch geschrieben, kein BBnC Organisiert, keine wilden Parties gefeiert... aber:
Ich bin trotzdem jeden Tag erschöpft ins Bett gefallen. Erschöpft und erfüllt. Arbeit mit Kindern ist nichts Geringwertiges. Definitiv nicht. Es ist wie Schichtarbeit im Tunnelbau! Bloß, das der Bauarbeiter am Ende des Tages weiß, wieviel Meter er geschafft hat und das der Tunnel in absehbarer Zeit fertig sein wird. Meine Tochter werd ich mein Leben lang wachsen sehen. Und jeder symbolisch - gesprochene Zentimerter geht auf im Alltag von wickeln, waschen und Laschi-kochen auf. Das Rad dreht sich unaufhörlich und jeder Schritt ist winzig klein. Er wird übersehen, man ist müde und manchmal mit den Gedanken ganz weit weg..Man muss sich Momante nehmen um zu erkennen, was man geleistet hat.
Und wer zum Henker jemals behauptet hat, ein Vollwertiges Mitglied unserer Gesellschaft großzuziehen ist nicht gleichwertig mit einem "Arbeitenden Menschen", der hat entweder keine Kinder, und / oder hat vergessen, dass auch er einmal zu hundert Prozent abhängig von einem anderen Menschen war... das gibt einem hoffentlich zu denken.
Was mich anbelangt. Mir haben die paar Tage sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Ich bin so richtig in den Augenblick gekommen. In mich und in ein besonderes Bewusstsein. Ich hatte etwas Angst vor den fünf Tagen - und im Alltag auch Berührungsängste mit der Kleinen. Die sind jetzt weg und ich geh nun etwas entspannter an die Arbeit mit ihr. Da Töchterchen nun auch nicht mehr gestillt wird, wird es nun auch leichter öfter auf sie zu schauen.
Rückblickend betrachtet bin ich froh, mich der Herausforderung gestellt zu haben und ich kann es den frisch gebackenen Vätern da draußen wirklich ans Herz legen: Ihr werdet viel über Euch lernen!
